Kinder lieben es, im Sand zu buddeln, Burgen zu bauen und zu matschen. Spielplatzsand fördert Kreativität und Motorik – birgt aber auch Risiken. Deshalb sollten Eltern wissen, worauf sie achten können, damit das Spielen im Sand sicher bleibt.

Fühlen, formen, forschen: Kinder lieben Sand

Barfuß durch warmen Sand zu laufen, ist einfach ein herrliches Gefühl! Besonders im Frühling, wenn die Sonne wieder Kraft gewinnt, wird der Sandkasten zum Lieblingsort für Kinder. Sie graben, matschen und bauen fantasievolle Welten. Während der Sand durch ihre Finger rieselt, vergessen sie die Zeit und sind tief ins Spiel versunken – auch für uns Eltern sind das entspannte Spielplatz-Momente.

Ob trocken oder nass – Sand spricht alle Sinne an. Er macht Spaß und fördert nebenbei Feinmotorik, Kreativität und Fantasie. Zudem verbindet er Kinder mit der Natur – ein wichtiger Ausgleich zur digitalen Welt.

Sicherheit geht vor: Sand als Fallschutz

Sand dient nicht nur zum Spielen, sondern auch als Fallschutz. Laut Spielplatz-Norm DIN EN 1176 braucht es mindestens 20 cm Sand bei 2 Metern Fallhöhe und 30 cm bei 3 Metern –– plus etwa 10 cm als Reserve, um den „Wegspieleffekt“ auszugleichen. Tiefe Kuhlen, z. B. am Rutschenende, sind ein klares Zeichen dafür, dass hier Sand nachgefüllt werden sollte.

Neben Sand gibt es auch andere Fallschutzmaterialien wie Rasen, Holzhackschnitzel, Kies, gummierte Fallschutzbeläge oder Kork. Die Wahl des Materials hängt von verschiedenen Faktoren ab: Fallhöhe, Kosten und die gewünschte Optik des Spielplatzes.


Diese Vorgaben sind in der DIN EN 1176 festgelegt:

Die DIN EN 1176 ist eine europaweit gültige Norm, die Sicherheitsanforderungen und Prüfverfahren für Spielplatzgeräte festlegt. Ihr Ziel ist es, die Sicherheit von Kindern auf Spielplätzen zu gewährleisten, indem sie klare Standards für die Konstruktion, verwendete Materialien, die Installation sowie die Wartung von Spielplatzgeräten definiert.

Foto: Symbolbild, erstellt mit KI


Barrierefreiheit von Sandflächen

Für Kinder im Rollstuhl oder mit Mobilitätseinschränkungen sind Sandflächen oft schwer zugänglich. Damit auch sie im Sand spielen können, braucht es barrierefreie Sandkästen. Diese können beispielsweise erhöht sein, sodass sie mit dem Rollstuhl unterfahrbar sind. Zusätzlich sind befestigte Wege oder Rampen wichtig, damit Kinder mit Rollstühlen oder Gehhilfen überhaupt zur Sandfläche gelangen können.

Auf Spielplatztreff.de könnt ihr gezielt nach inklusiven Spielplätzen suchen. So findet jedes Kind einen Ort zum Spielen!

Wenn Sand zur Gefahr wird

So schön Sand auch zum Spielen  ist, er kann auch Gefahren bergen:

  • Keime und Bakterien: Im Sand können sich verschiedene Mikroorganismen ansiedeln. Zwar sind viele davon harmlos, doch einige können Infektionen verursachen. Regelmäßiges Prüfen ist nötig. Gegebenenfalls wird der Sand gereinigt oder ausgetauscht.

  • Tierkot: Freilaufende Tiere, insbesondere Katzen, nutzen Sandflächen gerne als Toilette. Dies kann zur Verunreinigung mit Parasiten wie Toxoplasmen führen. Abdeckungen für Sandkästen können helfen.

  • Scherben und Fremdkörper: Leider finden sich immer wieder Kippen, Glasscherben oder andere spitze Gegenstände im Sand, die zu Verletzungen führen können. Regelmäßige Kontrollen durch die Betreiber sind wichtig.

Und dann gibt es noch die Momente, die manchen Eltern den Puls hochtreiben: wenn das Kind plötzlich eine Handvoll Sand in den Mund steckt. Was tun?

„Dreck reinigt den Magen“ – Wie viel Wahrheit steckt dahinter?

Am besten Ruhe bewahren. Das Sprichwort „Dreck reinigt den Magen“ ist zwar nicht wörtlich zu nehmen, aber tatsächlich steckt ein Körnchen Wahrheit darin. Kinder brauchen den Kontakt zu Schmutz und Keimen, damit ihr Immunsystem richtig lernen kann. In der frühen Kindheit ist es wichtig, dass der Körper mit einer Vielzahl von Bakterien in Kontakt kommt – so lernen die Abwehrkräfte den Umgang mit Erregern.

Eine übertriebene Reinlichkeit hingegen kann das Immunsystem „unterfordern“. Natürlich bedeutet das nicht, dass Kinder den Sandkasten leer essen sollten – aber wenn mal ein bisschen Sand im Mund landet, dürfen wir Eltern ruhig entspannt bleiben.

Eltern zwischen Fürsorge und Übervorsicht

Das richtige Maß ist entscheidend: Händewaschen nach dem Spielen reicht aus – Sandburgen müssen nicht desinfiziert werden. 😉 Experten raten sogar, dass Kinder öfter in Schlamm und Dreck spielen. Das stärkt ihr Immunsystem.“

Wir selbst sollten uns immer wieder daran erinnern: In unserer heutigen Zeit neigen wir Eltern dazu, unsere Kinder vor allen möglichen Gefahren schützen zu wollen. Doch ein Zuviel an Vorsicht kann die kindliche Entwicklung hemmen. Kinder brauchen Freiräume, um Erfahrungen zu sammeln, auch wenn dabei mal ein Kratzer entsteht. Es ist wichtig, ein Gleichgewicht zwischen Schutz und Freiheit zu finden.

Wie oft sollte der Sand gewechselt werden?

Konkrete Vorschriften, wie häufig der Sand auf Spielplätzen ausgetauscht werden muss, gibt es nicht, da die Verschmutzung von vielen Faktoren abhängt. Allerdings sollten Spielplatz-Betreiber regelmäßig den Spielplatzsand auf Verunreinigungen überprüfen, um Gefahren vorzubeugen.

Entgegen der früheren Empfehlung, Spielsand mindestens einmal jährlich auszutauschen, zeigen neuere Untersuchungen, dass ein häufiger Sandwechsel keine hygienischen Vorteile bringt. Jeder neu eingebrachte, keimarme Sand verändert sich innerhalb von Tagen. Nach einigen Wochen kann die Keimbelastung sogar höher sein als bei älterem Sand, da ein „Selbstreinigungseffekt“ durch ein Gleichgewicht verschiedener Bakterienarten vermutet wird. Stattdessen empfiehlt der Arbeitskreis „Spielen in der Stadt“ der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (GALK e.V.), den Sand regelmäßig zu kontrollieren und mechanisch zu reinigen, um Unrat zu entfernen und den Sand zu belüften. Ein Austausch ist nur bei erheblicher Verschmutzung oder Schadstoffeintrag notwendig.

Tipps für Eltern: So sorgt ihr für Sicherheit im Sandkasten

Kippen im Spielplatzsand sind nicht nur ekelig, sie sind auch gefährlich für Kinder, wenn sie diese in den Mund stecken. Foto: Schilling

Auch wir Eltern können dazu beitragen, dass der Spielplatzsand sicher und sauber bleibt. Hier ein paar einfache Tipps:

  • Vor dem Spielen Sand checken: Ein kurzer Blick reicht oft aus. Achtet auf sichtbare Gefahren wie Glasscherben, spitze Äste, Zigarettenstummel oder Tierkot. Entfernt sie, wenn möglich, unmittelbar. 

  • Verunreinigungen melden: Wenn der Sand stark verschmutzt ist oder Fremdkörper enthält, informiert die zuständigen Stellen. Kontaktinformationen findet ihr auf dem Spielplatzschild.

  • Vertiefungen beachten: Besonders an stark frequentierten Stellen, wie dem Ende von Rutschen oder unter Schaukeln, kann der Sand schnell weggespielt werden. Hier besteht Verletzungsgefahr, wenn der Fallschutz fehlt. Informiert die Betreiber.

  • Sand im Mund? Kein Drama! Wenn euer Kind mal Sand kostet – tief durchatmen! Ein bisschen Dreck schadet nicht. Regelmäßiges Händewaschen reicht vollkommen aus.

  • Tiere fernhalten: Wenn ihr könnt, verhindert, dass Haustiere im Sand spielen – vor allem Katzen lieben Sandkästen als Toilette.

Hast du auch noch einen Tipp? Dann teile ihn hier. So können wir alle dazu beitragen, dass unsere Kinder sicher und unbeschwert im Sand spielen können. Und jetzt schnell noch unsere kostenlose Spielplatztreff App laden, den passenden Spielplatz raussuchen und auf den Spielplatz, fertig, los! Viel Spaß!

Titel-Foto: Fühlen, formen, forschen: Kinder lieben es, ihre Hände in den hoffentlich sauberen Buddelsand zu vergraben. ©Canva